Unterschied zwischen IMAP und POP3

Bei der Einrichtung eines neuen E-Mail-Accounts oder -Clients, wird man oft gefragt ob man seine Mails per IMAP oder per POP3 abholen möchte. Diese Entscheidung ist nicht ganz unwichtig, da es einen gewaltigen Unterschied machen kann, wie die Mails abgeholt werden.

Zuvor möchte ich aber kurz noch ein paar grundsätzliche Dinge erläutern. Wenn eine E-Mail verschickt wird, dann übergibt der Client (also der Computer, das Smartphone oder das Tablet) an dem man seine Mail geschrieben hat die Mail zunächst an einen Server. Das passiert mithilfe eines Datenübertragungsprotokolls namens SMTP (Simple Mail Transfer Protocol). Sobald der Server die Mail hat, so übermittelt er sie weiter an den Server des Empfängers, was auch per SMTP passiert. Wenn die Mail auf dem Zielserver angekommen ist, kann der Empfänger sie mit seinem Endgerät (Computer, Handy etc.) abholen. Das wiederum kann nun mit IMAP oder POP3 erfolgen.

POP3

Die Abkürzung POP3 steht für „Post Office Protocol Version 3“. Die erste Version von POP wurde bereits 1984 vorgestellt – also fünf Jahre bevor das World Wide Web entwickelt wurde. Die dritte Version wurde 1988 veröffentlicht und ist im RFC 1081 definiert. Möchte ein Client E-Mails von dem Server abholen, dann schickt er einige einfache Befehle an den Server:

USER XXX (Anmeldung als User XXX)
PASS YYY (Senden des Passworts YYY)
STAT     (Abfrage wie viele Mails vorhanden sind)
RETR 1   (Mail Nummer 1 abholen)

Wurde eine Mail einmal von Werver abgeholt oder gelöscht, dann wird sie nicht noch einmal an einen Client übertragen. Ursprünglich sah POP3 keine Verschlüsselung vor. Inzwischen gibt es aber eine ganze Menge Möglichkeiten die Übertragung der Daten sicher abzuwickeln.

Eine Version 4 von POP ist theoretisch zwar in der Entwicklung, da es dabei aber seit 2003 keine Fortschritte zu verzeichnen gab, ist es fraglich ob diese Version jemals veröffntlicht wird.

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IMAP

Das Internet Message Access Protocol, oder kurz IMAP, war eine Zeit lang auch mal als Interactive Mail Access Protocol bekannt. Die erste Version wurde 1986 vorgestellt und die aktuelle Version 4 ist seit 2003 als RFC 3501 standardisiert. Grundsätzlich ist die Funktionsweise ähnlich wie bei POP. Der Client schickt also auch einzelne Befehle an den Server welcher dann reagiert:

login XXX YYY (Einloggen mit User XXX und Passwort YYY)
status inbox (MESSAGES, UNSEEN) (Liest die Gesamtzahl der Nachrichten und die der ungelesenen aus)
select inbox  (selektiert den Ordner inbox)
fetch 12 all (lädt Nachricht 12 komplett herunter)

Die Befehle, die IMAP benutzt sind, wie man hier schon erahnen kann, etwas leistungsfähiger. Vor allem bietet IMAP aber die Möglichkeit mit verschiedenen Ordnern (in diesem Fall inbox) zu arbeiten. Des Weiteren „merkt“ IMAP sich ob eine Mail bereits gelesen bzw. abgeholt wurde und auch beim Löschen werden Mails nicht direkt gelöscht sondern erstmal mit einem „Flag“ markiert und erst später gelöscht.

Durch diese Mechanismen ist IMAP in der Lage sich den Status von Mails exakt zu merken. Daraus resultierend ist es auch möglich, dass IMAP die Mails auf dem Server verwalten kann. Somit kann ein Client eine Kopie einer E-Mail herunterladen und das „Original“ bleibt auf dem Server. Das hat dann auch den riesengroßen Vorteil, dass man mit mehreren Clients (Computer, Handy, Tablet) auf dasselbe Postfach zugreifen kann und überall dieselbe Darstellung hat.

Unterschied zwischen POP3 und IMAP

Auch wenn die Gemeinsamkeiten der beiden Protokolle recht groß sind, so gibt es doch ein paar deutliche Unterschiede. Der auffallendste ist sicher, dass IMAP alle Mails auf dem Server behalten kann. Somit kann man auf Basis eines IMAP-Kontos mit mehreren Clients arbeiten. Nutzt man POP, dann hat man seine Mails bespielsweise nur auf dem Handy und nicht auf dem Computer oder Tablet. Sollte ein Computer mal neu aufgesetzt werden oder Daten verlieren, dann kann man bei IMAP die Mails einfach neu von dem Server abholen, was bei POP nicht möglich ist.

Des Weiteren unterstützt IMAP die Nutzung von Ordnerstrukturen. Auch das kann POP leider nicht.

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